Wunderkit – Die Revolution der Selbstorganisation?

Von den Machern der GTD-Webanwendung Wunderlist gibt es ein neues Tool. Unter dem Namen Wunderkit soll es eine neu Art geben, das eigene Leben zu organisieren.

Von Arbeit bis zum Privatleben. Von Freunden zu Familie. Vom Desktop zum Mobiltelefon. Wunderlist erlaubt Dir fantastische Dinge zu erschafen, planen und erbauen. Zusammen.

Mit diesem Zitat schürt die Webseite Wunderkit.com schon seit längerem Neugierde. Bisher war diese „Revolution der Selbstorganisation“ nur einem geschlossenen Benutzerkreis vorbehalten. Nun ist das Tool als public Beta zum Testen freigegeben worden.

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TiddlyWiki

Ich organisiere mein alltägliches Leben mit allerlei Methoden und Werkzeugen. Meine Kontakte und Termine verwalte ich über Google, was auch eine Synchronisation mit meinem Mobil-Telefon vereinfacht, für Aufgaben verwende ich Getting Things Done als Technik, kurzfristige Aufgaben werden auf einem Zettel verwaltet, mittel- bis längerfristige Aufgaben kommen in Remember The Milk. Die Verwaltung meiner Tonträger erledigt die Internet-Datenbank Musik-Sammler.de.
Und bisher habe ich für mittel- bis längerfristige Notizen immer ein paar TXT-Dateien in meiner Dropbox verwendet, derweil kurzfristige Sachen immer noch klassisch auf einem Zettel oder in einem Notizbuch niedergeschrieben wurden.

Doch ich stoße immer wieder auf Probleme, die eine Verknüpfung von Inhalten benötigen. Sicherlich könnte man die Informationen weiterhin in Textdokumenten speichern. Doch über verschiedene Dokumente mit unterschiedlichen Thematiken zu suchen, ist nicht schön. Außerdem werden Informationen oft redundant gespeichert und sind nicht wirklich dynamisch in ihrer Verknüpfung. Doch da bin ich wieder auf ein kleines, aber sehr kraftvolles Tool aufmerksam geworden, das ich vor 5 Jahren schon mal benutzt hatte:

TiddlyWiki

TiddlyWiki ist ein kleines, portables Wiki-System auf Basis von HTML und JavaScript. Es kommt ohne Datenbank aus, da alle Daten eine HTML-Datei persistiert werden. Das erlaubt u.a. den Einsatz als Wissensdatenbank auf einem USB-Stick, wie auch auf dem lokalen PC oder aber auch im Internet zur Kollaboration.
Zum Arbeiten mit TiddlyWiki braucht man lediglich einen modernen Browser, der JavaScript unterstützt.
TiddlyWiki kann man hier runterladen: http://www.tiddlywiki.com/

Verwendung

Die Einsatzgebiete von TiddlyWiki sind sehr flexibel. Als Wissensdatenbank zu einem Themengebiet, wo man viele Teilaspekte miteinander verknüpfen will, oder muss, als Notizsammlung oder auch als elektronisches Tagebuch. Denn die „Journal“-Funktion bietet TiddlyWiki von Haus aus, wo einfach ein sogenannter Tiddler mit aktuellem Datum als Titel erstellt wird.

Aufbau

Dadurch, dass das Wiki nur aus einer Datei besteht und die Inhalte alle dynamisch erzeugt werden, ist der Aufbau nicht linear. Neue Tiddler werden an aktuelle Stelle nachgeladen und man kann beliebig viele Inhalte in beinahe beliebiger Reihenfolge öffnen.
Die Tiddler bilden den kompletten Aufbau des Wikis. über einzelne Tiddler kann man das Hauptmenü, den Seitennamen, den Seiten-Untertitel oder die beim Start des Wikis angezeigten Tiddler konfigurieren.

Tiddler

Als Tiddler wird ein Eintrag im TiddlyWiki bezeichnet. Er besteht aus einem Titel, einem Inhalt und Schlagwörtern, sogenannten Tags.
Im Inhalt eines Tiddlers kann man den Text beliebig formatieren, Bilder und Verlinkungen einfügen. Bei Verlinkung auf einen anderen Tiddler wird dieser optional neu erstellt, sollte er noch nicht existieren. Also so, wie man es von MediaWiki (Grundlage von Wikipedia) kennt.
Das Erstellen von Links auf andere Tiddler geht relativ komfortabel, das Wiki erkennt sogenannte TiddlyWords an der Schreibweise, dem CamelCase (hier ist Camelcase im CamelCase geschrieben. Ein anderes Beispiel: Städteregion (normal) und StädteRegion (CamelCase)). Alternativ kann man aber auch wie bei MediaWiki mit zwei eckigen Klammern einen Link markieren: [[Ein neuer Tiddler]] oder [[Tiddler]].
Weitere Formatierungsmöglichkeiten finden sich im TiddlyWiki-Wiki: http://tiddlywiki.org/wiki/TiddlyWiki_Markup

Tags

Was mir persönlich am besten an TiddlyWiki gefällt: Das Schlagwort-System, wie man es z.B. aus modernen Blogs kennt. Doch bei TiddlyWiki kann man über die Schlagwörter richtige Relationen abbilden. Denn jedes Schlagwort kann ein eigener Tiddler sein und jeder Tiddler kann als Schlagwort fungieren. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich relativ einfach!

Beispiel
Der Tiddler „Wurst“ hat den Tag „Schwein“. Dabei ist „Schwein“ nicht nur ein Stichwort, sondern gleichzeitig auch ein Tiddler, der erklärt, was ein Schwein ist, für „Wurst“ als Schlagwort dient und den Tag „Tier“ hat. Dabei kann der Tag „Tier“ Schlagwort für „Schwein“, „Hund“ und „Katze“ sein. Das Anfangs erwähnte „Wurst“ kann ebenfalls ein Schlagwort für „Frühstück“ sein.

Die entsprechenden Hierarchien werden im Tiddler schön getrennt angezeigt: Links steht, welche Tiddler den aktuellen Tiddler als Schlagwort haben, rechts steht, welche Tags der aktuelle Tiddler selber hat.

Plugins

Ebenfalls ein nettes Feature, was ich aber selber noch nicht ausprobiert habe, ist das Plugin-System von TiddlyWiki. Mir reichen zwar die Standard-Features, wer aber gerne mehr hätte, findet weitere Infos auf http://tiddlywiki.org/wiki/Plugins

Wiki-System, Navigation und Steuerung

Da das TiddlyWiki ein Wiki-System ist, gibt es diverse Sortier-Funktionen. Zum einen kann man sich die Tiddler in linearer Erstellreihenfolge anzeigen lassen, nach Schlagworten sortiert, alle Tiddler in alphabetischer Reihenfolge, gewünschte Tiddler, die noch nicht existieren, Tiddler ohne Verlinkung (Waisen), und diverse System-Tiddler stehen ebenfalls in der Übersicht auf der rechten Seite zur Verfügung.
Die obligatorische Suche fehlt natürlich auch nicht und kann optional mit RegEx gefüttert werden. Zwischen der Suche und der Übersicht über die Tiddler in genannten Sortier-Funktionen, sind nützliche Links wie „Neuer Tiddler“, „Neues Journal“, „speichern“ (Ganz wichtig, weil die Daten sonst nicht in die HTML-Datei geschrieben werden!), Permalink zur aktuellen Ansicht, oder einfach das schließen aller offenen Tiddler.

Optionen

Die Einstellungsmöglichkeiten von TiddlyWiki sind mächtig. Von profanen Dingen, wie der Name des aktuellen Bearbeiters und Animationen über automatisches Speichern bis hin zur RegEx- oder case-sensitiver Suche. Viele weitere Parameter, wie das Encoding können ebenfalls gesetzt werden und auch der Import/die Synchronisation mit anderen TiddlyWikis ist möglich.

Vor- und Nachteile, Fazit

Unter dem Strich bietet TiddlyWiki für den privaten oder mobilen Einsatz eine mächtige Lösung. Verknüpfung und Bearbeitung von Notizen und kleinen Texten geht schnell und unkompliziert. Man muss sich zwar erstmal etwas in die eigene Wiki-Syntax einarbeiten, hat dafür aber keinen großen Aufwand in der Installation oder Konfiguration.
Für größere Projekte und Kollaboration eignet sich TiddlyWiki aber nicht. Dadurch, dass alle Daten in einer Datei gespeichert werden, entsteht viel Overhead und kann nicht direkt von einer zentralen Stelle, wie einer Datenbank nachgeladen werden. Außerdem gibt es keine differentielle Historie, sondern nur ein Backup der eigentlichen HTML-Datei vor dem Speichern einer neuen Version. Ebenso ist eine Bearbeitungshistorie mit Zuordnung zum Bearbeiter nicht möglich. Dafür eignen sich dann wieder andere Systeme wie DokuWiki oder MediaWiki.
Für den Privatgebrauch eignet sich dieses kleine, handliche Werkzeug aber immer noch optimal!

Edit: In meinen markierten Feeds habe ich noch zwei interessante Beiträge zu dem Thema gefunden:
http://pda-und-co.de/linux/2009/12/26/tiddlywiki-speichere-dein-wissen-teil-1/
http://pda-und-co.de/linux/2010/01/08/tiddlywiki-speichere-dein-wissen-teil-2/

Leichte Organisation mit Remember The Milk #2

Gestern kam über den RTM-Blog ein kleiner Tipp, den ich so bereits praktiziert habe. Dennoch wollte ich ihn an dieser Stelle nochmal erwähnen und um einen weiteren Tipp erweitern!
Kurz umschrieben empfiehlt der Blogeintrag, dass man Suchlisten auch über RTM verwalten sollte. DVDs, CDs, Bücher, alles, was man irgendwann mal kaufen oder ansehen will, kann man in einer separaten Liste hinterlegen und hat z.B. mit einem modernen Mobiltelefon per Internet immer Zugriff auf diese Listen. So verspricht der RTM-Blog Zeit- und Frustersparnis, wenn man in der Videothek vor den Regalen voller Filme steht, und nicht weiß, was man ausleihen mag (;

Nun kann man diesen Tipp aber auch erweitern: Man gibt die Suchlisten für die Öffentlichkeit frei. Und schon hat man einen öffentlich zugänglichen Wunschzettel, wie man ihn z.B. von Amazon kennt, nur eben unabhängig von dem Online-Handel und mit beliebigem Inhalt füllbar!
Die freigegebenen Listen sind dann einsehbar über http://www.rememberthemilk.com/home/USERNAME
Einziger Wermutstropfen an der Sache: Wenn man z.B. bei Büchern die ISBN-Nummer als Notiz zu der „Aufgabe“ hinterlegt hat, schaut der Betrachter in die Röhre. Die Notizen werden nämlich nicht veröffentlicht. So bleibt wieder nur der Link zu Amazon als Lösung (;