[Skolopender] März-Übersicht

2009-03-sc-dehaaniZur heutigen Versorgung meiner Tiere dachte ich mir, dass ich schon lange nichts mehr über dieses Hobby gebloggt habe! Zeit, genau diesen Umstand zu ändern (;

Zunächst mal eine eher traurige Nachricht: Am Montag, 09.03.2009 ist mein größter und ältester Skolopender gestorben: Mein Scolopendra subspinipes de haani Yellow Leg aus Vietnam, den meine Freundin mir vor 3 Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Dieses Tier war mein Einstieg in das Hobby und mit ca. 20 cm KRL auch ein echter Brocken. Mehr als einmal hat das Tier auf seinen allabendlichen Streifzügen unsere Besucher mit einem Schaudern beglückt (: Außerdem war das zeigefreudige Tier in seinem großen Becken ein sehr beliebtes Beobachtungsobjekt unserer Katze.
Aber man muss dazu sagen: Ich habe das Tier schon im adulten Zustand bekommen. Und von meinem anderen Sc. s. de haani weiß ich, dass es ca. 3-4 Jahre dauert, bis diese Tiere erwachsen sind. Und nun hatte ich den Vietnamesen auch 3 Jahre, also kann ich locker davon ausgehen, dass das Tier ca. 7 Jahre alt war. Ganz schön beachtlich für so ein Krabbeltier, oder?

Meinen anderen Scolopendra subspinipes de haani aus Malaysien, den Cherry Red habe ich nun ca. 2 Jahre. Das Tier ist aber immer noch subadult und gerade mal zwischen 13-15 cm KRL. Dafür ist es flammrot und wird wohl in das freigewordene Becken von dem nun toten Vietnamesen ziehen.

2009-03-sc_mutilans
Von meinem kommunalen Experiment mit den Scolopendra subspinipes mutilans kann ich scheinbar auch nur negatives berichten. Zwar ist das Tier, das ich heute in der Gemeinschaftsbox sehen konnte ordentlich gewachsen und macht einen kräftigen Eindruck, aber dafür, dass in der Kiste mal 5 Tiere waren, ist es etwas zu ruhig. Auch wenn die Tiere eingegraben sein können, glaube ich mittlerweile nicht mehr daran. Vielleicht war es auch etwas zu früh, die Tiere mit ungefähr 4 Monaten bereits zu vergesellschaften? Immerhin greift in der Kinderstube von Mutternatur die natürliche Selektion am ehesten.
Ich warte nun einfach noch etwas ab und werde wohl nächstes Jahr den verbleibenden Skolopender aus der Gruppe und seine beiden Geschwister aus der Einzelhaltung nochmal zusammensetzen.

Mindestens genau so erfreulich wie das ordentliche Wachstum bei den Sc. s. mutilans ist das Wachstum meines Scolopendra cingulata mit unbekannter Herkunft! Ich bin mal gespannt, wie das Tier erwachsen aussieht!
2009-03-sc_cingulata

Was mich aktuell noch ein wenig ins Grübeln bringt ist hingegen einer meiner Alipes grandidieri sp.. Hier hat ein Tier ohne ersichtlichen Grund ein Schleppbein verloren, das einfach neben dem Tier unter der Korkrinde lag… Hier werde ich wohl in Zukunft auch vermehrt nach schauen….

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[Skolopender] Zeitaufwand und Schrecksekunde

Nachdem ich nun mit den neuen Tieren vom Samstag auf 28 Skolopender und 6 Spinnen komme, habe ich beim gestrigen Versorgen mal genauer auf die Uhr geschaut: 1,5h habe ich für alles gebraucht!
Darunter fällt:

  • Futter-Schaben aus der Box fangen
  • Tiere mit den Schaben füttern
  • Eventuell Futterreste vom letzten Mal aus den Becken holen
  • Wassernapf nachfüllen und gegebenenfalls Substrat befeuchten
  • eventuell ein paar Bilder machen
  • alles fein säuberlich dokumentieren – sonst wüsste ich gar nicht, wer wann wie viel gefressen hat!

Dorsalansicht Sc. cingulata var. obscuripes, letzte Tergite verdunkelt

Dorsalansicht Sc. cingulata var. obscuripes, letzte Tergite verdunkelt


Und wo wir beim Thema Zeit sind: eine ordentliche Schrecksekunde hat mir mein kleiner Scolopendra cingulata var. obscuripes eingejagd, weil seine letzten 5 Tergite und Pleuren deutlich dunkler sind, als die anderen! Im Normalfall sind solche Verdunklungen am hinteren Ende eines Pedelings ein sicheres Zeichen für ein baldiges Ableben des Tieres.
Aber so sicher bin weder ich mir, noch die Leute aus dem Myriapoden-Forum. Hier geht die Theorie bei einigen einfach zu den ersten Anzeichen einer Häutung.
Dennoch habe ich auf Anraten das Substrat mit mehr Sand vermischt und mehr Luftlöcher in die Heimchendose gemacht, um eine bessere Ventilation und trockeneren Bodengrund zu gewährleisten, damit das Tier nicht an zu feuchter Haltung stirbt!
Nun heißt es warten, was die Zukunft bringt!

Scolopendra cingulata "black"

Scolopendra cingulata 'black'


Dannach habe ich meinen anderen Scolopendra cingulata aus Jerusalem versorgt, der die ziemlich seltene schwarzen Farbmorph mit roten Beinen hat! Auch wenn die Art als verfressen gilt, hatte ich bisher noch nie die Gelegenheit das Tier fressen zu sehen, habe ich es innerhalb des halben Jahres, in dem ich es besitze überhaupt nur 2 mal freiwillig gesehen.

Wie schon erwähnt, „leide“ ich durch die Neuankömmlinge unter Platzmangel! Deswegen habe ich mein Experiment mit den Scolopendra subspinipes mutilans schneller als erwartet auf die nächste Stufe gebracht: Ich habe ein weiteres Tier zur Gruppe hinzugefügt, nun leben 4 Tiere auf 30x18x16cm!
Nur so theoretisch: In einer Heimchendose hat ein Tier 10,5cmx10,5cm Grundfläche. Das mal ca. 2cm Substrathöhe macht ungefähr 220cm³ für das Tier zum Graben und Verstecken.
Mit den 5cm Substrat in der Gruppenbox komme ich auf ~2700cm3 für alle Tiere, geteilt durch 4 sind immer noch über 650cm³ für jedes Tier zur Verfügung! Aber wir wissen alle, dass Mathematik & Theorie nicht immer konform mit der Realität läuft…
Und trotz 7 Versteckmöglichkeiten liegen alle Tiere einträchtig unter dem größten Stein! Ich bin schon auf weitere Entwicklungen gespannt!

Scolopendra alternans mit Schaben-Nymphe

Scolopendra alternans mit Schaben-Nymphe


Eine weitere schöne Entdeckung bei der Versorgung war, dass mein „kleiner“ Scolopendra alternans nun eine ordentliche Größe von bereits 7cm KRL und dabei immer noch mächtigen Apetit hat! Ein wirklich schönes Tierchen.

Damit ich neben meinen Skolopendern auch mal meine anderen Tiere hier erwähne, gibt es hier noch zwei Bilder von zwei meiner Vogelspinnen-Arten:

Citharischius crawshayi

Citharischius crawshayi


Chromatopelma cyaneonpubescens

Chromatopelma cyaneonpubescens

[Skolopender] Kurze Statusmeldung

So, gerade habe ich alle meine Tiere versorgt und kann kurze Statusmeldung geben:

Scolopendra subspinipes mutilans: Die Tiere in Einzelhaltung sind wohl auf und munter! Hier gibt es keine besonderen Ereignisse.
Die Tiere in der Gruppenhaltung haben schön ein paar Schaben gefleddert, von denen ich die Überreste rausholen durfte. Aber von den Pedelings habe ich nur zwei zusammen unter einem Stein gefunden! Da ich sehr viel Substrat in dem Becken habe, mache ich mir noch keine Sorgen über eventuellen Kannibalismus. Ich habe keine Überreste des Skolopenders gefunden und warte einfach mal ein paar Tage ab, ob das vermisste Tier noch mal auftaucht…

Mein großer Ethmostigmus trigonopodus in der „Ring Blue Leg“-Variante hat bei der Kontrolle einen ziemlich trägen, steifen und lethargischen Eindruck gemacht. Der Grund war, dass das Tier seinen Wassernapf eingegraben hatte und der Bodengrund auf Grund der guten Ventilation der Faunabox relativ ausgetrocknet war! Nachdem das Tier lange und ausgiebig getrunken hat, geht es ihm nun schon wieder bedeutend besser!

Eine angenehme Überraschung hat mir mein Scolopendra subspinipes de haani Cherry Red bereitet, der nun eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 13cm hat! Als ich das Tier bekommen habe, hatte er eine Gesamtlänge von ca. 7cm! Ich denke, der ist der „kleine“ ist der nächste, der „umgetopft“ wird!

[Skolopender] Scolopendra subspinipes mutilans

Gruppe von 7 Sc. s. mutilans

Gruppe von 7 Sc. s. mutilans


Heute sind meine bestellten Scolopendra subspinipes mutilans angekommen. Bestellt habe ich die Tiere bei Andreas Gneists Spinnenhäuschen, der sehr schnell und unkompliziert die 7 Tiere geschickt hat! Vielen Dank nochmal, Andreas!

Das besondere an dieser Unterart aus dem Scolopendra subspinipes-Kreises ist, dass sie vergesellschaftbar sein soll. Zwar gibt es zu den Belegen dieser Ansicht ebenso viele Dementi, aber das macht das Experiment eigentlich nur reizvoller (;

Nahaufnahme Sc. s. mutilans Pedeling

Nahaufnahme Sc. s. mutilans Pedeling


Die Tiere stammen alle aus der eigenen Nachzucht von Andreas, die ungefähr dieses Jahr im August geschlüpft sind.

Auf Grund vieler Warnungen vor Kannibalismus habe ich mein Gesellschaftsexperiement wie folgt gestaffelt:

  • Zunächst sind 3 Tiere in einer Gruppe, die restlichen 4 in Einzelhaltung
  • Nach der nächsten Häutung wird ein weiteres in die Gruppe kommen, u.s.w.

Dabei sind die Parameter der Gruppe gerade:

  • Terrarium: 18cm Breite, 30cm Tiefe, 15cm Höhe
  • Bodengrund: 5cm Höhe, ca 20/80 Sand/Erde-Gemisch
  • Verstecke: 6 Steine
  • Sonstiges: Ein Wassernapf

Nun bleibt abzuwarten, wie sich das Experiment entwickelt! Gefressen haben bereits 5 der 7 Tiere jeweils eine kleine B. dubia-Nymphe. In der Gruppe sind noch eine Hand voll weiterer Schaben, um Kannibalismus vorzubeugen.

Zum Schluss noch ein Bild von etwas, was man eigentlich NICHT machen sollte: