Heim-Server Teil 2: NFS

Ich habe bekanntlich meinen eee-PC zum Heimserver umfunktioniert und dort mittels Samba meine USB-Festplatte freigegeben. Nun dachte ich mir, es wäre auch nett, wenn diese Freigabe direkt beim Systemstart in mein Dateisystem eingebunden würde.
Unter Linux funktioniert das zum Glück sehr schön, schnell und einfach. Das Zauberwort heißt NFS, Network File System und bedarf wirklich nur geringem Aufwand.

Zunächst muss man den Server einrichten. Unter Ubuntu geschieht die Installation der benötigten Komponenten mit einem einfachen
sudo apt-get install nfs-kernel-server

Anschließend konfiguriert man die Freigaben in der /etc/exports. Als Beispiel:
# freigabe1 wird für zwei Rechner freigegeben
# notebook darf nur lesen (ro)
# desktop darf lesen und schreiben (rw)
/pfad/zur/freigabe1 notebook(ro,async) desktop(rw,async)

(Der Pfad zur Freigabe muss natürlich entsprechend angepasst werden…)

Nun müssen wir dem Server nur noch verraten, wer sich hinter den Namen notebook oder desktop versteckt. Das geschieht über die Datei /etc/hosts. Als Beispiel:
192.168.1.12 notebook notebook.local
192.168.1.13 desktop desktop.local

(Die IPs und eventuellen Host-Namen müssen natürlich angepasst werden)

Wenn alles konfiguriert ist, lassen wir die Exports neu einlesen:
sudo exportfs -ra

Oder starten alternativ den gesamten NFS-Server neu:
sudo /etc/init.d/nfs-kernel-server restart

Schon ist der Server bereit. Nun ist es Zeit, um schnell den Client einzurichten!

Als erstes installieren wir uns den NFS-Client, unter Ubuntu 9.10 findet sich dieser im Paket NFS-Common:
sudo apt-get install nfs-common

Nun erstellen wir uns einen Ordner, wohin wir unsere Freigabe einhängen können:
mkdir /home/user/shared
(/home/user/shared ist natürlich nur ein Beispiel, jeder andere Einhängepunkt ist auch denkbar!)

Als nächstes muss die fstab angepasst werden, damit die NFS-Freigabe automatisch beim Systemstart mit eingebunden wird:
echo "192.168.1.10:/pfad/zur/freigabe1 /home/user/shared nfs rw 0 0" | sudo tee -a /etc/fstab > /dev/null
(Vorrausgesetzt, dass der Server die IP 192.168.1.10 hat und der freigegebene Ordner wirklich auf /pfad/zur/freigabe1 liegt)

Anschließend lassen wir die neue Freigabe mounten:
sudo mount /home/user/shared
(/home/user/shared ist natürlich der Einhängepunkt in unserem System und kann durch ggf. oben getätigte Änderungen abweichen)

Und siehe da: Die Freigabe lässt sich nun so behandeln, als ob die Daten lokal liegen.

Nach dieser Aktion habe ich testweise meinen Musik-Ordner auf die Freigabe kopiert, den alten Ordner umbenannt und eine Verknüpfung mit dem Namen „Musik“ auf die „neue“ Musik-Sammlung auf der Freigabe erstellt. Anschließend konnte ich mit der Banshee immer noch so auf meine Musik zugreifen, als ob die Daten lokal liegen, ohne irgendwelche Performance-Einbußen.
Der Vorteil liegt aber klar auf der Hand: Nun habe ich meine Musik-Sammlung zentral im Netzwerk liegen und kann sowohl von meinem PC, wie auch mit dem Laptop meiner Frau und meinem MP3-Radiowecker drauf zugreifen. Und in Zukunft soll auch noch eine Mediacenter-Lösung her (z.B. die Playstation 3), die dann ebenfalls unabhängig von meinem Computer auf meine Musik zugreifen kann.

Wer weitere Informationen zum NFS und den möglichen Parametern der Freigaben haben will, findet sie – wie so oft – im Wiki von Ubuntuusers.de: http://wiki.ubuntuusers.de/NFS

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Linux-Ninja: Short Cuts

Ein paar Schnellschüsse vor dem Schlafengehen, die ich noch unbedingt loswerden muss:

Durch ein scheinbar nicht ganz vollständiges Kernel-Update auf meinem eee-701 konnte ich nach einem Neustart die Tastatur nicht mehr verwenden. Nun gut, ich hatte eh vor easypeasy zu testen!
Mehr oder weniger in dem Glauben, dass es bei einem kurzen Testen bleiben wird, und danach wieder ein komplettes Ubuntu auf die Kiste wandert, schnell einen bootbaren USB-Stick mit UNetbootin erstellt und auf dem kleinen Netbook installiert… erste Verwunderung überkam mich, als ich gesehen habe, dass die SSD in ext3 formatiert wird. Aber egal, die werden schon wissen, was sie tun, immerhin ist easypeasy auf den eee-PC optimiert.
Die Oberfläche von easypeasy ist scheinbar das NBR (Netbook Remix) von Ubuntu, das sehr schon aussieht! Auf dem Desktop befinden sich die Orte und Favoriten auf der rechten Seite und Links findet sich das Gnome-Menü. Bei einem Klick auf die Einträge werden dann die Applikationen im Raum zwischen den Menüeinträgen und den Orten angezeigt. Sehr nett!
easypeasy
Alle Anwendungen werden im Fullscreen-Modus gestartet. Von offenen Applikationen werden nur die Icons in der Fensterleiste angezeigt, außer von dem Fenster, das aktuell den Fokus hat. Von dem wird der Name angezeigt! Sehr nett, so etwas wünschte ich manchmal (!) auch daheim auf dem Desktop-PC!
Natürlich habe ich einige Programme erstmal deinstalliert. Warum brauche ich auf einem Netbook einen

  • Terminal-Server-Client
  • Bildschirm-Leser
  • Bittorrent-Client
  • Songbird (ich mag Rhythmbox lieber q: )
  • Openoffice.org-Impress
  • Openoffice.org-Draw
  • und noch andere…

Durch diverse Recherchen zu easypeasy bin ich per dummen Zufall über ein weiteres, nett aussehendes Ubuntu-Derivat gestolpert: CrunchLinux, welches wohl auch als CrunchEEE verfügbar ist. Beim Durchschauen der Anwendungsliste bin ich über Gwibber gestoßen, einen gtk-Microblogging-Client! Der kleine scheint ziemlich mächtig und unterstützt so einige Plattformen, u.a. Digg, Facebook oder Flickr. Wofür diese Protokolle nun nützlich sind, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall hat er meinen bisherigen Twitter-Client Twitux abgelöst!
Zur Installation unter Ubuntu 8.10 muss man die entsprechenden PPAs in die sources.list eintragen:

deb http://ppa.launchpad.net/gwibber-team/ubuntu intrepid main
deb-src http://ppa.launchpad.net/gwibber-team/ubuntu intrepid main

Und schon kann man gwibber wie gewohnt installieren.
Achtung: Fremdquellen können das System beschädigen… Ihr kennt das ja sicherlich von Ubuntuusers.de, gell?

Und wenn wir schon mal bei Neuerungen sind, habe ich direkt mal Liferea daheim auf die aktuelle unstable 1.5.10 geupdatet! Komischerweise lief die 1.5.5 im Betrieb problemlos, ohne Abstürze, mit kleineren, verkraftbaren Macken. Gleiche Version hat zu hause unsagbare Probleme gemacht und ist eigentlich alle 5 Minuten abgestürzt. Darum einfach mal:

wget http://prdownloads.sourceforge.net/liferea/liferea-1.5.10.tar.gz
tar -xzvf liferea-1.5.10.tar.gz
cd liferea-1.5.10
sudo apt-get build-dep liferea
sudo apt-get install libwebkit-dev libcurl4-dev
./configure
./make
./sudo make install
./sudo checkinstall

und schon habe ich eine wesentlich stabilere Version von Liferea laufen, die Google-Reader-Unterstützung hat! Wofür ich das brauche, habe ich bereits beschrieben (;

Meiner Faulheit hat dann auch noch Christoph Langner Unterstützung gegeben:
Anstelle von ssh IP-DES-RECHNERS-IM-NETZWERK kann man auch ssh $HOSTNAME.local eingeben. Voraussetzung ist die Installation von libnss-mdns:

sudo apt-get install libnss-mdns

Weitere interessante Tipps zum Thema Netzwerken im 21. Jahrhundert finden sich im Blog-Eintrag von Christoph Langner!

PS: Warum kann WP.org eigentlich nicht den small-Tag??

[Linux] Faulheit und SSH

Ich weiß, es ist verdammt geeky, aber dennoch: Ich habe bekanntlich eine eee 701-Netbook und bin – alleine auf Grund meiner Tätigkeit als Informatiker – relativ bequem… und natürlich ein Spielkind. Darum ist mir die Idee gekommen, dass ich doch mittels ssh auf meinen Desktop-Rechner zugreifen könnte und von dort aus z.B. rhythmbox über einen X-Tunnel über meinen eee-PC steuern könnte….

Out-Of-The-Box hat das ganze leider nicht funktioniert.

Cannot connect to port 22, connection refused!

war die Fehlermeldung. Also Portforwarding am Router überprüft und auch geschaut, ob eine Software-Firewall (firestarter oder appamor) auf einem der Rechner läuft, doch alles war soweit okay! Die Lektüre im Ubuntuusers-Wiki brachte Erleuchtung: Damit man per SSH auf einen Rechner zugreifen kann, muss das Paket openssh-server installiert sein!

Unter Ubuntu geht das schnell mit
sudo apt-get install openssh-server
und schon kann ich vom Sofa aus die Playlist verändern (;

[Linux] Synchronisation – Teil 1

Ich arbeite an verschiedenen Rechnern: Daheim mit dem Desktop-PC, unterwegs mit meinem eee-PC und natürlich im Betrieb. Vorteilhafterweise habe ich auf allen drei Rechnern Ubuntu in der neuesten Version installiert und entsprechend ähnliche Bedingungen.

Um Dateien zwischen den drei Rechnern synchron zu halten, verwende ich seit der öffentlichen Beta-Phase DropBox, dessen Verwendung ich auch schonmal beschrieben habe.

Für das Lesen von RSS-Feeds verwende ich auf allen Rechnern Liferea. Nur finde ich es umständlich, jedes Mal, wenn ich einen neuen Feed abonniere, diesen auf allen Computern hinzuzufügen. Und wenn ich tagsüber meine IT-Seiten im Betrieb lese, muss ich abends immer erneut über die Feeds schauen, was ich schon gelesen habe und was nicht.
Abhilfe schafft da die neueste, unstable Version von Liferea 1.5.5 in Kombination mit dem Google-Reader! Ich bin nach der Anleitung von virtualPixel vorgegangen und kann mich bisher nicht beklagen, alles scheint zu funktionieren! Das einzige, was ich noch was störend finde ist, dass die Ordnerhierarchie aus dem Google-Reader nicht lokal übernommen wird, sondern alle Feeds unter „Google Reader“ stehen… Aber vielleicht tut sich noch was in den kommenden Versionen von Liferea!

Für meine eMail habe ich bisher immer Thunderbird verwendet. Doch da mir dort die Kontakte, Notizen, Aufgaben und Kalender fehlen, bzw. unzureichend sind, bin ich vor kurzem zu Evolution gewechselt. Bisher bin ich sehr zufrieden, nur eine Sache stört mich dann schon, wenn ich Abends nach Hause komme und dort meine eMail nochmal abrufe: Unter Thunderbird hat man eine „Pseudosynchronisation“ über POP3. Will heißen, wenn man eine eMail lokal löscht, „synchronisiert“ Thunderbird (optional) beim nächsten Abrufen von eMails mit dem Server das Postfach und löscht die entsprechende Mail auch dort. So eine schöne Option bietet Evolution leider nicht. Doch per dummen Zufall bin ich dann darüber gestolpert, dass meine beiden Freemail-Provider auch IMAP unterstützen! Auch Web.de in der Freemail-Variante, obwohl immer wieder behauptet wird (auch von Web.de selber), dass das nur im Club Web.de klappen würde! Welche Freemail-Anbieter auch IMAP unterstützen, findet man im Wikipedia-Artikel „Freemail„.

Und wo wir bei interessanten Informationen über Freemail-Anbieter sind: Fast alle haben es, aber keiner kennt es – Jabber! An dieser Stelle mag ich auf den ebenso betitelten Artikel von Stephan Nix verweisen! An dieser Stelle nur so viel: Als Web.de-, GMX- und Gmail-Nutzer hat man automatisch auch einen Jabber-Account!