Fitocracy Android-App – Das digitale Zeitalter im Fitness-Studio

Seitdem ich Fitocracy über einen XKCD-Comic entdeckt habe, und über diesen Invite auch an der Beta teilgenommen habe, habe ich diesen sozialen Dienst um Sport und Fitness eher phasenweise benutzt. Natürlich war am Anfang die neuartige Idee sehr interessant. Sport, soziales Netzwerk und Rollenspiel-Elemente haben motiviert und gefesselt. Doch durch die etwas krude Bedienung in den Anfangstagen, habe ich recht schnell auch das Interesse verloren. Durch einen Kumpel wurde ich wieder an diesen Dienst geführt, bis ich irgendwann zum zweiten Mal keine Lust hatte, manuell all meine Daten über das Webinterface von Fitocracy zu erfassen.

Doch vor kurzem erschien die Android-App von Fitocracy, und die ist schlicht phänomenal! Das User-Interface ist sehr überlegt aufgebaut und wesentlich stimmiger, als die alte Webseite. Dadurch, dass ich die Anwendung nun immer in der Hosentasche habe, kann ich mein altes Notizbuch einmotten, dank dieser pfiffigen App, kann ich mein Training noch während den Übungen festhalten und gleichzeitig beim Punktesammeln von Fitocracy mitmachen.

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TTYtter: Twitter auf der Konsole

Ich war auf der Suche nach einem schlanken Twitter-Client für Linux. Dank Hinweisen aus den Kommentaren, habe ich mir auch Alternativen angesehen. Doch irgendwie erschienen mir weder Hotot noch Turpial richtig passend für den Gebrauch auf meinem Asus eee 701 G4. Darum versuchte ich eine weitere Möglichkeit: Twitter über die Konsole.

Als perfekte CLI-Applikation stellte sich TTYtter heraus. Sowohl Archlinux wie auch Ubuntu pflegen die Anwendung in ihren Repositorys. Die Installation geht entsprechend schnell und bequem über pacman und apt-get.

Nach dem ersten Start von ttytter über die Konsole, folgt die Authentifizierung. Man wird gebeten, eine URL im Browser zu öffnen und ein OAuth-Token in die Konsole einzugeben. Anschließend muss ttytter neu gestartet werden.

Im interaktiven Modus ruft ttytter neue Tweets im Hintergrund ab und zeigt sie auf der Konsole an. Dabei werden die einzelnen Nachrichten einer vorangestellten Kennziffer zugeordnet. Über diese Kennziffer kann man mit den Tweets interagieren.

/reply <nr> sendet eine Antwort an den Tweet mit der angegebenen Nummer
/rt <nr> retweet die Meldung
/fav <nr> favorisiert die Nachricht

Um selber einen Tweet in die Welt zu setzen, schreibt man einfach und schickt die 140 Zeichen mit Enter auf die Reise. Zu lange Meldungen beschneidet ttytter und gibt die gekürzte Nachricht noch mal zur Revision aus.

Will man einen Link kürzen, gibt es ein handliches build-in: /short <url>. Die gekürzte Adresse wird dabei in die Variable %URL% gespeichert, die man in den nächsten Tweet integrieren kann.
Mit /url <nr> öffnet man die URL aus dem angegebenen Tweet und speichert die Adresse in %URL%.

Interaktion mit anderen Benutzern erfolgt über /whois, /follow und /unfollow. /dm <nick> <nachricht> verschickt eine Direct Message. /refresh holt die neuesten Tweets, /again läd die Timeline neu, /replies die eigenen @-Mentions und /dm ohne Angabe von Nick nun Nachricht, läd neue privaten Mitteilungen, /dmagain alle letzten DMs.
Hat man mal Mumpitz publiziert, löscht /dlast die letzte gesendete Nachricht der aktuellen ttytter-Session.

Will man eine Übersicht der wichtigsten Kommandos, hilft /help. Alle Befehle gibt es auf der Homepage.
/quit oder /exit beendet ttytter.

Über Einstellungen kann man ttytter konfigurieren. Entweder im Programm selber mit /set <key> <value>, oder über die .ttytterrc im eigenen Home-Verzeichnis. Dort stehen die Parameter als key=value einzeln pro Zeile.
Ich mag farbige Ausgaben, darum habe ich ansi=1 und damit ANSI-Color-Ausgaben aktiviert. Und da ich schon mal gerne vorschnell auf Enter drücke, steht ihn meiner Konfiguration slowpost=1. Dann wartet ttytter eine Sekunde mit dem Abschicken des Tweets und ich kann mit STRG-c den Vorgang noch abbrechen. Ein Bestätigen jeder Meldung mit verify=1 wäre mir zu unbequem.

ttytter kann auch Desktop-Benachrichtigungen. Dafür muss das Programm aber mit den entsprechenden Parametern gestartet werden:
-notifytpe=libnotify -notify=reply,dm
Weitere Startparameter und Einstellungen gibt es auf der Homepage von ttytter. Dort steht auch, wie man ttytter nicht nur interaktiv, sondern auch für Scripting verwenden kann.

Als Konsolen-Cowboy und Linux-Nerd habe ich mich schnell in diesen mächtigen Twitter-Client verliebt. Hotot ist zwar noch auf meinen Desktop-Rechner installiert. Doch für das Daily Twitter verwende ich eigentlich nur noch ttytter. Auf der Arbeit hat es außerdem den Vorteil, dass das geschäftige Treiben auf der Konsole aussieht, als ob es Arbeit wäre, hehe…

http://www.floodgap.com/software/ttytter/

Lex Google – Das Leistungsschutzrecht

Nach Netzsperren und dem JMStV droht dem Internet schon wieder eine Gefahr aus der deutschen Regierung: Das Leistungsschutzrecht.

In diesem „Lex Google“ sollen den Presseverlägen – durch vage Definitionen formuliert – mehr Schutzrechte eingeräumt werden. Bereits die Verwendung von kleinste Textauszüge sollen demnach vergütet werden. Solche Exzerpte, wie man sie aus den Suchergebnissen von Google oder der Linkvorschau von Facebook oder Twitter kennt.

Dies soll natürlich nur für kommerzielle Angebote gelten. Doch selbst private Blogs, die mit AdWords oder Flattr ein klein wenig ihre Kosten decken wollen, zählen hierbei schon als geschäftliche Anbieter.

Entsprechend könnte das geplante Leistungsschutzrecht fatale Folgen für „unser“ Internet haben. Immerhin lebt das Web2.0 größtenteils durch das Verlinken und Teilen von Inhalten. Doch gerade damit begibt sich der private Schreiber nun auf gefährliches Terrain. Mit jedem Zitat und mit jedem Link muss man nun einen Abmahnanwalt fürchten.

Diese potentiellen Gefahren sehen viele. Spon, Zeit , Golem, selbst Musik-Medien wie Metal4.de berichten kritisch über den Referentenentwurf. Eine Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht, kurz IGEL wurde ins Leben gerufen. Und das Zentrum für Digitalen Fortschritt gibt den Internetpublizisten zwei nützliche Werkzeuge an Hand: Einen Linkshortener und ein WordPress-Plugin, das potentiell gefährliche Verlinkungen zunächst auf eine Landingpage umleitet. Diese Tools will ich jedem Blogger ans Herz legen. Alleine schon, um die Leser für die möglichen Ausmaße zu sensibilisieren…

http://leistungsschutzrecht-stoppen.d-64.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverleger

Pocket: Ein nützliches Tool zum später lesen

Das kennt doch sicher jeder: Man findet einen interessanten Link oder Text, hat aber aktuell nicht die Zeit, um sich genauer damit zu beschäftigen. Was macht man nun? Lässt einfach den Browser-Tab offen bis man das nächste Mal Zeit hat? Kopiert man den Link in eine Text-Datei, wo er zusammen mit hundert anderen verrotten wird? Mit dieser Frage ist man nicht alleine. Zur Problemlösung gibt es auch schon Dienste im Netzt. Was früher mal Read It Later List war, heißt heute Pocket.

Nachdem man sich auf der Homepage für diesen kostenlosen Service registriert hat, kann man über ein Bookmarklet oder Browser-Erweiterung für Chrom[e|ium] einfach und bequem Texte „in die Tasche stecken“. Wortwörtlich, denn dank iOS und Android-Apps kann man die gespeicherten Texte auch unterwegs lesen. Dabei hat Pocket auch ein sehr nettes Feature: Wenn möglich, versucht die Anwendung den Hauptinhalt einer Seite zu extrahieren und so simpel wie möglich als reinen Text anzuzeigen. Das spart Bandbreite und optimiert die Darstellung für das mobile Endgerät. Der Besuch des ursprünglichen Text ist aber ebenso möglich, wie das favorisieren und taggen von gespeicherten Links. Gleichsam kann man auch über die Sharing-Funktion der meisten Android-Apps einen Link an Pocket übergeben, um später im Browser weiterzulesen.

http://getpocket.com/


Neben der Empfehlung für die App Pocket, ist dieser Beitrag auch meine Teilnahme an der Blogparade und dem Gewinnspiel von Apps Android, das sich regelmäßig mit interessanten und kostenlosen Tools für das Android Smartphone beschäftigt.

Leichte, grafische Twitter-Clients für Linux – Teil 2

Durch die Kommentare zu meiner letzten Suche nach einem geeigneten Twitter-Client, habe ich mir noch mal zwei weitere Programme genauer angeschaut.

Polly (ehemals als Schizobird bekannt): Ein Client, der auf die Verwendung mehrerer Accounts ausgelegt ist. Die Installation erfolgt über ein PPA, die Anmeldung mittels OAuth. Die Optionen erlauben das automatische Kürzen von URLs, optional erst ab einer bestimmten Länge und über drei verschiedene Dienste und diverse Konstellationen für Benachrichtigungen. Zur Darstellung der Tweets kann man unterschiedliche Streams erstellen. Die UI ist sehr simpel und überschaubar gehalten. Was mir etwas fehlt, ist die Markierung von ungelesenen Tweets seit der letzten Aktualisierung.

Hotot ist zwar nur als Alpha erhältlich, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Über die Homepage bekommt man Hilfestellung für die Installation auf Windows, Mac, als Chrome-App und unter Linux. Für Ubuntu findet sich wieder ein PPA, wobei es auch eine gesonderte QT-Variante gibt. Andere Distributionen wie Debian und Fedora haben Hotot bereits in den Repositorys.
Bislang scheint dieser Client nur auf einen Account ausgelegt, der mittels OAuth verbunden wird. Die Oberfläche wirkt sehr modern und kann mit Themes und Effekten noch etwas gepimpt werden. Für Medien gibt es eine Vorschau-Funktion und es stehen drei Dienste für Bilder-Upload zur Auswahl.
Die Darstellung der Informationen erfolgt auch über recht freie Streams, die man auch individuell mit Benachrichtigungen und automatischen Updates versehen kann. Bei aktivierten Effekten ist der Wechsel zwischen den einzelnen Strömen sehr schick anzusehen.
Interessantes Feature von Hotot, sind seine Plugins. Da gibt es eine Content Firewall, Darstellung der Geodaten über GMap, einen Übersetzungsdienst, Statistiken oder Dienste zum später lesen wie Read-It-Later.
Wie auch bei Polly fehlt mir hier die Markierung von ungelesenen Tweets. Doch insgesamt gefällt mir das Look-And-Feel von Hotot so gut, dass es vorerst Turpial als Client abgelöst hat.

Alternativ wurde auch die Verwendung des Twitter-Plugins für Pidgin vorgeschlagen, was ich vor langer Zeit auch mal probiert hatte. Doch hier fehlt es mir am komfort einer vollständigen Applikation. Retweets, Antworten, Suchen, Benutzerinteraktionen ist alles nicht möglich. Dann verwende ich doch lieber die Twitter-Homepage in einem permanent geöffneten Tab meines Browsers (;

RE: Urheberrechtsdebatte 2012

Sven Regener regt sich über die „Kostenlos-Kultur“ im Internet und die Piraten Partei im Radio-Interview auf. 51 Tatort-Autoren verfassen einen offenen Brief an die „Netzgemeinde“ und der CCC antwortet den Drebbuchschreibern. 101 Piraten fordern ein neues Urheberrecht, was promt von Volker Strübing als Autor kommentiert wird: „Liebe Piraten: Fickt euch. Aber nicht mich.

Damit ist das Thema im Gespräch und stellenweise auch im öffentlichen Interesse. Doch bis auf den letzten Text, der mit seinem ziemlich plakativen Titel eher Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, als wirklich den Inhalt repräsentiert, sind die Positionen immer schön an den beiden schwarz-weiß Polen fixiert. Graustufen gibt es scheinbar in dieser Diskussion nicht – nur im sehr guten Text von Dietrich Brüggemann, der mir sowohl als Schreiber und Musiker wie auch als leidenschaftlicher Musik-Fan und Sammler überdeutlich aus der Seele sprich.

Hört euch bitte beide Seiten an und macht euch selber eine Meinung. Unabhängig von den guten Piraten und den bösen Verwertungsindustrien. Und denkt bitte immer daran: Liebt eure Musik, Filme, Bücher. Unterstützt das, was ihr liebt. Und versucht nicht altes einzureißen, wenn ihr neues erschaffen könnt. Nicht immer nur gegen etwas sein, sondern sich für etwas einsetzen.

Tattoos und Vorurteile


Stellt euch vor, man geht am Wochenende abends vor eine Disko und führt Alkoholtests per Blasröhrchen bei Jugendlichen durch. Aus den Ergebnissen zaubern wir dann allgemeine Aussagen über Risikobereitschaft, ungeschützte Promiskuität und potentielle Gewaltbereitschaft und Kriminalität. Und dann nennen wir das auch noch Studie und wollen dadurch Rückschlüsse auf Tattoos als Warnsignale geben. Klingt schon ziemlich absurd, oder? Nun, scheinbar haben Franzosen unter dem Deckmantel der Wissenschaft diesen Mumpitz mit einer „Probantengruppe“ von 3000 Jugendlichen durchgeführt. Und Focus.de nutzt diese infantile Mutmaßung vorschnell, um in der aktuellen Meinungsmaschine gegen Tattoos weiter Stimmung zu machen. Vielleicht erinnert man sich, aber vor nicht allzu langer Zeit standen Autolacke und andere toxische Substanzen in Tattoofarbe schön im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Glücklicherweise haben hier das Tätowier Magazin in Print und Video bereits Stellung bezogen. Nach ordentlich Gegenwind aus der „Netzgemeinde“ der Tätowierten, ruderte selbst Focus.de etwas zurück und ließ Andy Schmidt im Interview zu Wort kommen.

Danke, dass die Medien pauschalisieren und alle Tattoofarben unter Generalverdacht stellen. Danke, dass wir weiterhin am Klischee des bemalten Knastis und Seefahrers festhalten. Danke, dass eine „repräsentative“ „Studie“ aus Frankreich unter Jugendlichen selbstzerstörerische Tendenzen in Relation zu Tattoos stellt – weil ein direkter Zusammenhang zum eigentlichen Kneipen- und/oder Diskobesuch wäre zu offensichtlich – und somit nicht so wissenschaftlich, wie die angeführte Studie sich selber darstellt. Warum hat man nicht mal auf einem Straigh Edge Konzert nachgefragt? Ich wette fast, dass die Besucher einer solchen Veranstaltung 10 mal mehr Tattoos haben, als die Kinder in der Dorfdisko. Und ich wette gleichermaßen, dass dort weder Alkohol noch Drogen eine signifikante Kennziffer in der Studie ausmachen. Gesunder Ernährung wie Vegetarismus oder Veganismus schon eher. Doch wollen wir überhaupt aus unseren Illusionen geweckt werden? Der böse Tätowierte passt doch wesentlich besser in unser Weltbild, als der buntbemalte und mehrfach kompetente Loha

Update: Novo-Argumente.com haben auch eine Stellungnahme zum Focus.de-Artikel verfasst.


© Titelbild by Die Elster auf der Tattoo Convention Hamme 2012