Halbzeitvegetarier

Für viele ist ihr Fleischkonsum selbstverständlich. Der Discounter an der Ecke macht es und leicht, angepacktes Fleisch zu kaufen und nicht darüber nachzudenken, dass das Schnitzel vielleicht mal Augen und Fell hatte. Selber geschlachtet haben die Wenigsten. Warum sollte man da über die Herkunft unseres Steaks weiter nachdenken?
Doch diese Bequemlichkeit für uns hat ihren Preis. Nur zahlen nicht wir ihn, sondern die Tiere aus der Massenhaltung. Und selbst wenn man nur Biofleisch kauft, muss man sich im klaren sein, dass ein Lebewesen dafür sein Leben ließ.

Auch wenn ich selber noch nicht geschlachtet habe, habe ich schon mal ein Reh entbeint. Alleine diese Erfahrung hat mir einen etwas anderen Bezug zu meinem Essen gegeben. Dennoch liebe ich nach wie vor Fleisch. Komplett darauf verzichten will ich aktuell auch nicht. Eher erstrebe ich ein besseres Bewusstsein um meine Nahrung und meine Ernährung. An dieser Stelle hat mich die Bleilaus auf das Konzept der Halbzeitvegetarier aufmerksam gemacht.

Kein Verzicht, keine Dogmen, nur der bewusste Umgang mit der eigenen Ernährung. Anstatt gar kein Fleisch mehr zu essen, soll man zunächst seinen Konsum beobachten. Und dann erst mal auf die Hälfte reduzieren. Ohne irgendwelche Verpflichtungen kam man so einfach mal einen alternativen Lebensstil ausprobieren. Wenn es einen nach gewisser Zeit überhaupt nicht gefällt, kann man wieder in den alten Habitus zurückfallen. Oder man geht den nächsten Schritt zum Vollzeitvegetarier.

„Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – oder vielleicht besser ausgedrückt: „zwei halbe Vegetarier sind ein ganzer.“
Am besten funktioniert der Einstieg in den Halbzeitvegetarismus wohl mit einem Partner. Jemandem, der einen unterstützt, mit dem man gemeinsam Rezepte suchen und probieren kann, oder einfach im Wettstreit versucht, länger als der andere kein Fleisch zu essen.

Ich mag die Idee. Und gerade der Dezember bietet sich für mich förmlich zum Selbstversuch an. Wenn um Weihnachten schon so viel Fleisch gegessen werden muss, kann man im restlichen Monat auch ruhig mal mehr Gemüse essen. Ich hoffe, dass die Idee auf weitere Befürworter trifft!

http://www.halbzeitvegetarier.de/

2 thoughts on “Halbzeitvegetarier

  1. Cooler Ansatz😉

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ein bewusster Umgang mit dem Thema Fleischessen sehr hilfreich ist. Ich esse schon seit Jahren nur ab und zu Fleisch. Ob das nun in einer Beziehung leichter umzusetzen ist, kann ich nicht sagen. Ich habe bereits vor meiner letzten Beziehnung damit angefangen. Es war auch kein Problem. Denn obwohl ich denke, dass Fleisch ein wichtiges und wertvolles Nahrungsmittel ist, so denke ich auch, dass es schlicht nicht notwendig ist, oft bis sehr oft Fleisch zu essen.

    Generell möchte ich nicht auf Fleisch verzichten. Dafür schmeckt’s mir dann doch zu gut😉 Wenn man aber einen bewussten Umgang damit pflegt, kann man sich für dieses „ab-und-zu“ auch Metzger-/Bio-Fleisch besorgen. Das widerum trägt dann dazu bei, dass einem das Fleisch sogar noch besser schmeckt. Als Sahnehäubchen unterstützt man das Industriefleisch vom Aldi/etc. dann auch nicht mehr.

  2. Wie gesagt, ganz verzichten möchte ich auch nicht. Aber es soweit runter reduzieren, dass es eben wieder zu etwas besonderem wird. Ich stimme in allen Punkten mit Dir überein.

    Was den Partner angeht, kenne ich das halt auch aus dem Fitness-Studio: Alleine geht es auch. Doch mit einem Partner hat man halt immer eine andere Motivation. Und sei es bloß der Wettkampf: Ich kann 10 kg mehr stemmen als er – oder halt zwei Wochen länger ohne Speck auskommen q:

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