Was ich von ArchLinux gelernt habe: Config-Dateien

Seit dem ich mein Ubuntu durch Archlinux ersetzt habe, habe ich mit Sicherheit einiges gelernt! Sei es die Konfiguration des Systems beim Installieren, das manuelle Einrichten von XOrg, meiner Desktop-Umgebung oder einfach nur etwas über notwendige Deamons in der /etc/rc.conf.

Doch was mir am meisten aufgefallen ist: Ich habe mich seit meinem Wechsel zu Arch wesentlich mehr mit Config-Dateien beschäftigt! Es ist nicht so, dass man nicht auch unter Ubuntu Anpassungen nach den eigenen Vorstellungen an den diversen, kleinen Dateien vornehmen könnte – nur irgendwie habe ich es nie getan! Vielleicht lag es auch daran, dass viele Programme out-of-the-box so geliefert wurden, dass sie einfach funktioniert haben.
Nun fehlt mir aber zum Beispiel ein kleines Feature – und beim Einstellen dieser Kleinigkeit stolpere ich in der Dokumentation der Config-Datei über neue Features, die ich anders wohl nie zu Gesicht bekommen hätte!

Als dumme Beispiele ein paar Dateien, die ich unter Ubuntu wohl nie angepackt hätte, seien mal die Config-Dateien von Vim (~/.vimrc), Mplayer (~/mplayer/config), ncmpcpp (~/.ncmpcpp/config) oder Xdefaults (~/.Xdefaults) genannt. Analog habe ich mich seither auch genauer mit der .bashrc beschäftigt und mit meinem Umstieg auf die Zsh natürlich mit der .zshrc – doch zu diesem Thema an anderer Stelle mehr (;

Wer sich noch nicht weiter mit diesen Konfigurationsdateien beschäftigt hat, sollte vielleicht doch mal seine Bequemlichkeit überwinden! Das ein oder andere Feature lohnt schon die Mühe – unabhängig von der Linux-Distribution!

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Mein neues Terminal: URXVT

Mein Urlaub tut mir scheinbar nicht gut – auch wenn er nun wieder vorbei ist – : Ich verbringe zu viel Zeit damit, an meinem System zu spielen! Vor kurzem habe ich noch darüber geschrieben, dass ich einen passenden Terminal-Emulator in Sakura gefunden hätte. Nun muss ich dies schon wieder revidieren!

Eigentlich hat alles mit einer Trivialität angefangen: Jedes Mal, wenn ich einen neuen Tab in Sakura geöffnet habe, hat sich die größe des Hauptfensters verändert. Wenn ich mühevoll mehrere Konsolen auf meinem Desktop plaziert habe – ich habe ja keinen Tiling-Windowmanager, sondern Openbox – war meine Anordnung mit jedem neuen Tab hinfällig geworden.

Kurzum, ich habe wieder mal nach Alternativen geschaut! Und nach einigen Probieren bin ich dann wieder mal auf URXVT gestoßen. URXVT ist die Abkürzung für RXVT-Unicode und ist auch in einer 256-Farb-Variante verfügbar. Viele andere Terminal-Emulatoren verfügen nur über acht Farben.

Was mir nach dem ersten Rumspielen mehr zufällig aufgefallen ist: Mit URXVT funktionieren meine POS1, und ENDE-Tasten wieder in der ZSH. Mit Sakura war das Verhalten – trotz Anpassungen in der .zshrc – wie in VI, also unschön für die tägliche Arbeit mit dem Terminal! Ein deutlicher Pluspunkt für URXVT!

Ein weiteres Schmankerl, wenn auch nur optischer Natur, ist die enorme Anpassungsfähigkeit von URXVT in den Farbschemata! Durch die .Xdefaults kann man richtig Eyecandy in die Konsole zaubern und durch die 256 Farben sieht alles auch eine Nummer dezenter aus, als in Sakura oder dem LXTerminal!

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten! So hat mich anfangs etwas das Clipboard-Verhalten von URXVT irritiert. Damit meine Zwischenablage vom X-Server mit der meines Terminals synchronisiert wird, musste ich noch autocutsel installieren und mir in meinen Autostart legen. Nun klappt es auch mit dem Copy’n Paste (; Doch da ist direkt das nächste sonderbare an URVXT: Entgegen den gängigen Terminals von LXDE, KDE oder Gnome wird hier nicht mit STRG+SHIFT+V eingefügt, sondern mit SHIFT+EINF. Doch an diese kleine Eigenheit gewöhnt man sich im täglichen Gebrauch schnell.
Eine weitere Besonderheit ist der Shortcut für einen neuen Tab – sofern man diese Option in der .Xdefault angegeben hat: Andere Terminals erzeugen mit STRG+SHIFT+T einen neuen Tab, URXVT will ein SHIFT+UNTEN.
Der Wechsel zwischen den Tabs erfolgt mit SHIFT+LINKS oder SHIFT+RECHTS.

Wenn man häufig viele Terminals offen hat, erlaubt URXVT das Caching der Einstellungen. Dazu wird der Deamon urxvtd mit Parameter -f am besten im Autostart aufgerufen und schon sind die Konsolen auch immer zügig verfügbar!

So habe ich nun ein schönes, schlankes und schnelles Terminal gefunden, dass mich hoffentlich etwas länger begleitet, als seine Vorgänger auf meinem Rechner (:

Ablenkungsfreies Schreiben mit pyRoom

Man kennt das als Kind der Moderne: Wenn man am Rechner sitzt, hat man mindestens den Browser, den eMail-Client und das Chat-Programm offen. Wenn man intensiver im Web2.0 lebt, noch den Feedreader und den Microblogging-Client. Nun will man sich konzentriert einer Aufgabe hingeben – und dann passiert es: Das Mail-Programm meldet eine neue Nachricht, hunderte Popups mit neuen Tweets erscheinen und jeder in der Buddyliste will auf einmal was von einem!
Aus diesem Grund habe ich seit geraumer Zeit meinen Messanger Pidgin aus, wenn ich eine CD-Kritik schreiben will. Anderweitig hätte ich zu viel Ablenkung durch neue Nachrichten, die natürlich nur dann kommen, wenn man sie gerade nicht gebrauchen kann!
Doch das Icon im Tray, das mich über neue eMails benachrichtigt, ist immer noch so verführerisch ablenkend… Natürlich könnte ich pragmatisch alle Anwendungen beenden und nur noch meinen Editor offen lassen, wenn ich einen Text schreiben will.

Doch eine simplere Lösung – oder vielleicht auch einfach Überdeckung meines Problems – bietet pyRoom! Diese schöne, kleine Software in Python geschrieben – wer hätte das gedacht? (; – macht eigentlich nichts weiter, als sich komplett über den Bildschirm zu legen, und mir einen kleinen, aber funktionalen Text-Editor zu liefern.
Die Steuerung erfolgt ausschließlich über Shortcuts. Speichern, schließen, öffnen, zwischen den Dokumenten navigieren oder einfach mit STRG+h die Hilfe aufrufen, alles funktioniert ohne ablenkende Bedienelemente. Ebenso entbehrt sich pyRoom auch Formatierungsmöglichkeiten oder einer Rechtschreibkorrektur. Das ist alles nur Overhead, der vom kreativen Prozess des schreibens ablenkt!

Nach ein paar Wochen schreiben mit pyRoom muss ich ehrlich zugeben: Ich arbeite fokusierter! Ich habe nur einen schwarzen Bildschirm und in der Mitte, schön zentriert, meinen Text in grauen lettern. Kein ablenkendes eMail-Icon, keine Messanger-Popups, keine neuen Tweets, einfach ein simpler, ablenkungsfreier Bildschirm!

Unter Windows und OSX gibt es äquivalente Programme. Doch wer daran interesse hat, kann selber Tante Google fragen, für die Linuxer verweise ich einfach auf den schönen Paketmanager der Wahl, yum, yast, apt-get/aptitute, synaptic oder pacman. pyroom sollte in den Paketquellen standartmäßig vorhanden sein.

Einladung von Paperblog

Vor ungefähr einer Woche habe ich eine eMail bekommen. Eine Einladung zu einem neuen Blogging-Portal mit Namen Paperblog. Mein Blog wäre eine Bereicherung für ihren Technik-Bereich. Natürlich fühlt man sich als kleiner Hobby-Schreiber etwas geschmeichelt!
Doch gleichermaßen bin ich realistisch: Ich bin Gelegenheitsblogger! Ich schreibe nicht über alles, was mir vor die Linse kommt und wenn ich was schreibe, ist es meist auch mehr diletantisch, denn fundiert und wirklich publikationswert! Mein Hauptfokus liegt auf meinem Musik-Magazin und entsprechend fehlt es mir einfach an Zeit und Energie, um dieses Journal auf einem vernünftigen, journalistischen Niveau zu halten. Aber auf ein paar gelegentliche Hinweise zu den Themen, die mich interessieren, will ich dennoch nicht verzichten (;

Doch mit diesem Realismus, auch um die Qualität meiner Blogeinträge bewusst, habe ich mal ein wenig über Paperblog recherchiert. Scheinbar versucht hier ein Unternehmen ein neues Portal zu errichten, an dem sich Hobby-Autoren und -Schreiber beteiligen sollen, um Inhalte zu schaffen. Kostenfrei, versteht sich, und nach den AGBs dieses Portals werden wohl auch die Rechte an den Texten an Paperblog abgetreten. Schöne Sache, aber bitte ohne mich!

Wer sich weitergehend für Hintergründe zu Paperblog interessiert, findet diese bei Windwellenwörter und den dort verlinkten Seiten.

Weitere schlanke Programme für Linux

Vor einiger Zeit hatte ich meinen Umstieg von der mittlerweile doch recht hungrig gewordenen Desktop-Umgebung Gnome zum Leichtgewicht LXDE geschildert. Natürlich war dies noch nicht das Ende meiner Optimierungsversuche. Und so habe ich noch ein paar Änderungen an meinem Setup vorgenommen, die ich hier schnell vorstellen mag.

Nachdem ich von Ubuntu zu Arch gewechselt habe, habe ich ein paar Probleme mit dem LXTerminal bekommen. Irgendwie wollte es – trotz entsprechend aktivierter Optionen – die Menüs und Scrollleisten nicht verstecken. Eigentlich kein wirklicher Fehler, aber eine Unschönheit, die mich schon ein wenig gestört hat. Darum ist nun Sakura meine Standardkonsole.
Ich habe mir zwar auch URXVT angeschaut, aber das ist mir noch eine Nummer zu unbequem, ich würde z.B. schon gerne mit STRG+n eine neue Konsole öffnen können (;

Unter Ubuntu mit LXDE-Oberfläche gar kein Thema, aber schon etwas unschön unter Arch: Kupfer als Schnellstarter. Der kleine Launcher benötigt ein paar Gnome-Abhängigkeiten und ist nicht in den Standard-Repositories von Arch enthalten. Damit mein System so sauber wie möglich bleibt, habe ich mal nach einer Alternative geschaut. Launchy braucht QT-Bibliotheken, Gnome-Do will viele Gnome-Abhängikeiten und das Mono-Framework und so weiter.
Darum habe ich mal überlegt, wofür ich überhaupt einen Launcher brauche. Alle oben genannten Tools bieten unter anderem fancy Features, Kontakte durchsuchen, Twitter updaten, Packete über APT installieren und so weiter und so fort. Doch diese tollen Zusatzfunktionen habe ich eigentlich nie über Gnome-Do oder Kupfer verwendet, sondern immer nur über die nativen Applikationen. Ein Launcher war für mich – ziemlich trivial – ein Programm, um Programme zu starten.
Und da gibt es eine absolute Lightweight-Alternative: Bashrun! Bashrun ist nichts weiter als ein kleines Stückchen Konsole, was es erlaubt einen Befehl (mit Tab-Completion) auszuführen und sich dann direkt wieder beendet. Dabei ist das Tool sogar so klein, dass es nicht im Hintergrund läuft und auf meine Tastenkombination wartet. Ich muss es selber starten, damit ich es verwenden kann. Also bashrun noch in die rc.xml von Openbox eingetragen, damit ich dieses kleine Tool auch mit WIN+SPACE öffnen kann, und schon habe ich einen wirklich schlanken und schnellen Programmstarter!

Die dritte Applikation, die ich mehr oder minder ausgetauscht habe, war Pidgin. Doch ich verzichte nicht gänzlich auf den handlichen Allround-Chat-Client, sondern habe ihn um ein Frontend erweitert: Finch ist die Konsolen-Anwendung um die Libpurple und verwendet die gleiche Konfiguration wie Pidgin. Dabei ist die NCurse-basierte Oberfläche sehr schön und mit etwas Übung auch intuitiv zu verwenden.
Dagegen ist CenterIM nicht ganz so bequem und muss neben Pidgin/Finch auch noch separat konfiguriert werden.
Was mir bei Finch noch ein bisschen fehlt, sind Benachrichtigungen über neue Nachrichten. Doch aktuell habe ich das Chatprogramm daheim eh nur so wenig wie möglich an, da kann ich auch ab und an selber mal ein Auge auf die Konsole halten (;

LINKS:
Sakura: http://www.pleyades.net/david/sakura.php
Bashrun: http://bashrun.sourceforge.net/
Finch: http://wiki.ubuntuusers.de/Finch

Von Ubuntu zu Arch

Nun war es soweit, nachdem ich bereits auf meinem eee-PC eine Test-Installation von Arch gemacht hatte, habe ich nun auch auf meinem angestaubten Desktop-PC diese Linux-Distribution installiert. Damit ersetzte ich nach gut 5 Jahren Nutzung Ubuntu auf meinem Rechner. Doch an dieser Stelle will ich kein Ubuntu-Bashing betreiben, noch in die alte Diskussion „Ubuntu vs. Arch“ einsteigen. Vielmehr will ich ein wenig auf meine persönlichen Beweggründe eingehen.

Schon länger war ich vom System der Rolling-Distribution fasziniert. In der Praxis heißt diese Versionspolitik, dass neue Software und Updates immer laufend ausgeliefert werden. Feste Release-Zyklen, wie bei Ubuntu gibt es nicht. Man muss also nicht auf Version 10.10 warten, um die neueste Version einer Software zu bekommen, sondern erhält diese direkt, wenn diese in die Repositories eingepflegt wurden.
Natürlich bietet diese Vorgehensweise auch potentiell die Gefahr, dass fehlerhafte Software schneller an den Endnutzer ausgeliefert wird.

Doch dies ist meiner Meinung nach nur ein Feature, kein Must-Have bei einer Linux-Distribution. Für mich schon gravierender war das Gesamtpaket hinter Ubuntu. In der Standard-Installation wurden einige Programme, die ich bevorzuge, durch andere Alternativen ersetzt. Zum Beispiel ist Empathy seit einiger Zeit der Standard, ich bin aber durch einige Vorzüge eher der Freund von Pidgin.
Außerdem wurde einige Software bei der Standard-Installation entfernt, andere hinzugefügt, die ich persönlich nie brauche und so weiter. Also muss ich nach einer Basis-Installation erst mal ungeliebte Software entfernen und meine persönlichen Favoriten installieren. Ein Prozess, der wohl einfacher wäre, wenn ich von Anfang an nur das Installiere, was ich wirklich brauche und will. Und da bietet Ubuntu mir bei der Installation leider keine Auswahl.

Doch selbst, dass ich am System noch ein wenig rumbasteln muss, kann ich gut leben. Selbst, wenn an einigen Stellen die Integration meiner bevorzugten Applikationen in das Gesamtsystem nicht immer ganz rund lief. Was mich dann aber schlussendlich zum Wechsel getrieben hat: Die gesamten Eigenlösungen von Ubuntu!
Als auslösendes Beispiel sei mein DVD-Rom-Laufwerk genannt. Ich habe einen relativ alten DVD-Brenner mit IDE-Anschluss. Und seit geraumer Zeit will der keine CDs mehr erkennen. Nach einiger Recherche fand ich heraus, dass man dem Kernel beim Booten den all_generic_ide-Parameter übergeben muss. Nun versuch mal einer, der noch das editieren der /boot/grub/menu.list gewohnt ist, unter Ubuntu einen Boot-Parameter einzustellen…

Also: Mittlerweile überwogen für mich die Argumente für Arch. Nach der Basis-Installation des Systems habe ich mir alles so installiert, wie ich es auch unter Ubuntu hatte: LXDE mit Openbox als Desktop-Umgebung/Window-Manager, Tint2 als Panel und eben alle Applikationen, die ich schon zuvor hier im Blog erwähnt hatte. Als Login-Manager kommt ein SLIM zum Einsatz und schon startet mein System gefühlt auch richtig schneller. Doch nachweislich kann ich erst mal nur sagen, dass ich weniger RAM mit Arch/LXDE als mit Ubuntu/LXDE verbrauche: Nach dem Hochfahren 130MB gegen 190MB.

Als ich dann Tint2 und meine Openbox eingerichtet habe, ist mir auch aufgefallen, dass unter Ubuntu einige Features nicht so ganz Funktionieren. Zum Beispiel kann ich hier unter OBConf auch die Position von Tint2 einstellen. Unter Ubuntu war der Menüpunkt „Dock“ eigentlich nur eine Zierde… Und so stoße ich immer wieder auf einige Punkte, wo mir Ubuntu doch ein bisschen zu viel „Arbeit“ abgenommen hat.
Als Fazit würde ich also tendenziell jedem Linux-Nutzer, der ein bisschen fitter an seinem System und der Shell ist, zu Archlinux raten!

Doch wie gesagt, ich will auch nicht Ubuntu bashen! Im Gegenteil, ich finde Ubuntu ist eine richtig gute Linux-Distribution, die sich Gedanken um Innovation und Usabillity macht! Alleine für die allgemeine Verbreitung von Linux und analog auch zur Akzeptanz dieses Betriebssystems hat Ubuntu eine Menge beigetragen. Und auch die Community ist eine richtig große und gute Gemeinschaft, wo man auf jeden Fall gute Hilfe und Informationen findet.
Darum würde ich auch jedem Anfänger zu Ubuntu raten. Hier bekommt er vieles abgenommen und wenn alles direkt Läuft auch Out-Of-The-Box ein benutzbares System mit allen (und noch viel mehr) Applikationen, die man für den täglichen Bedarf braucht.