Zu unrecht unbekannt: Le Scrawl und !T.O.O.H.!

Beim Stöbern durch meine Musiksammlung bin ich wieder auf ein paar CDs gestoßen, die ich länger nicht mehr gehört habe. Und beim erneuten Hören ist mir wiedermal die Genialität der betreffenden Bands aufgefallen – und leider auch der Umstand, dass diese Bands viel zu unbekannt sind! Darum will ich hier nun regelmäßig in solchen Situationen auf solche Bands aufmerksam machen! Den Anfang machen zwei etwas außergewöhnlichere Bands, die aber definitiv besser sind, als neunundneunzig Prozent der Kacke, die bei Metalblade oder Nuclear Blast als „the next big shit“ verkauft wird!

Erstens LE SCRAWL, die eine irre Mischung aus Grindcore, Punk, Jazz, Ska und zig anderen Sachen spielen! Definitiv ein MUSS für Fans von verrückten und tanzbaren Sounds!
http://www.myspace.com/lescrawlofficial

Und dann sind da die leider mittlerweile aufgelösten !T.O.O.H.! aus Tschechien.
Progressiver Death Metal mit Einflüssen aus dem Folk und mit muttersprachlichen Texten. Auch irre, eigenständig und richtig brutal!
http://www.myspace.com/theobliteration

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Darum mag ich Vinyl – Teil 1

Frisch eingetroffen, meine Hate Eternal-Schnäppchen:

LXDE – ein schlanker Desktop für alte Möhren

Der ein oder andere Freund und Kollege hat mich bereits ausgelacht. Ich bin Anwendungsentwickler und haben einen Rechner, der mittlerweile historischen Wert haben könnte! Eine sieben Jahre alte Möhre, Einkern-Prozessor mit 1,6 GHz (auch nur Dank Übertaktung) und gerade mal einem Gigabyte an RAM ist schon etwas schwachbrüstig für moderne Desktop-Umgebungen. (Wer noch etwas mehr lachen will: Ich habe sogar noch eine Maus mit Kugel im Einsatz!)

Aber es geht hier nicht um die absurde Hardware-Konstellation, sondern darum, wie ich aus diesem historischen Gerät doch ein brauchbares Arbeitsinstrument gemacht habe!
Bisher habe ich immer das aktuelle Ubuntu-Linux, also zuletzt die 10.04 mit dem entsprechenden Gnome-Desktop auf der Kiste gehabt. Aber das Arbeiten wurde immer unerträglicher, der Browser hat Ewigkeiten zum Starten gebraucht, der Wechsel zwischen den Desktops war träge, das Rippen von CDs hat die komplette Kiste lahm gelegt, u.s.w.
Da ich früher auf meinem eee schon mal eeeXubuntu drauf hatte, habe ich mir die XFCE als Oberfläche installiert. Doch auch hier war kein großer Geschwindigkeitsvorteil zu vermerken. Nach etwas Recherche bin ich dann aber auf LXDE gestoßen!

LXDE ist ein verdammt schneller Desktop mit Openbox als Fenster-Manager. Neben dieser schmalen und wirklich schnellen Darstellung gibt es auch ein paar leichtgewichtigere Programme, die den Desktop komplettieren sollen: ein eigenes Panel, als Datei-Browser den PCManFM, GPicView als Bildbetrachter und Leafpad als Editor.
Sicherlich muss man in dieser Konstellation kleine Abstriche machen. Leafpad kann keine Tabs oder Rechtschreibprüfung und PCManFM erlaubt mir kein Drag’n Drop aus einem gepackten Archiv (wobei das auch der einzige Einschnitt an dem Programm ist). Dafür flitzen die Sachen wirklich wie Hölle! Und wem der Umfang dieser Anwendungen nicht reicht, kann auch ohne Probleme jede andere GTK-Applikation unter LXDE verwenden.

Nun habe ich meine verwendete Software etwas umgestellt, um einen weiteren Performance-Gewinn zu erzielen.

Browser: Früher war ich großer Verfechter des Firefox. Doch das Teil frisst wirklich unglaublich viel Speicher und ist sowohl beim Start, wie auch beim Surfen relativ träge. Die Linux-Browser Midori oder Epiphany entbehren sich gewisser Erweiterungen, die ich schon im täglichen Gebrauch benötige. Also fiel die Wahl auf Google-Chrome, der wirklich verdammt schnell flitzt! Ich hätte es nicht gedacht, aber ich bin hellauf begeistert von diesem Browser, auch wenn ich immer noch eine Seitenleiste für meine Lesezeichen vermisse.

Mail: Evolution ist mächtig: Mail, Kontakte, Kalender, Notizen – alles eine Menge Funktionen, die auch eine Menge Ressourcen fressen! Also muss ein schlankerer Mailclient her! Und dieser heißt Claws! Dieses Programm macht genau das, was es soll: Meine eMails per imap abholen und mir anzeigen. Das Teil ist so schlank, dass selbst die Anzeige von HTML-Mails nur richtig per Plugin funktioniert!

Microblogging: Wie auch Evolution bietet auch Gwibber viel Funktionalität: Gute Integration in die Gnome-Oberfläche (nicht nur optisch, sondern auch in das Indikator-Applet, etc.) und support für viele Dienste. Der Preis dafür ist hoch, Gwibber will viel Speicher und CPU haben! Also habe ich mich für das schlanke Pino entschieden. Noch ist das Programm nicht ganz optimal, es unterstützt nur Identi.ca und Twitter, die neuen Nachrichten werden erst in der kommenden Version in einem Zeitstrahl angezeigt und der Wechsel zwischen zwei Twitter-Konten frischt die Ansicht nicht auf. Aber ich denke, in Zukunft wird Pino ein brauchbares und vor allen Dingen schlankes Programm sein!

Programmstarter: Unter Gnome ist Gnome-Do das Nonplusultra, mit dem Docky-Theme als Dock das Teil wirklich eine eierlegende Wollmilchsau! Doch benötigt das Docky-Theme Compositing, was für meinen Rechner etwas viel Ressourcen benötigt. Also ist Gnome-Do auf einmal nur ein schöner Programmstarter, der viel Speicher belegt.
Als reinen Starter habe ich mich für Kupfer entschieden. Der Name lässt zwar ein KDE-Programm vermuten, ist aber eine schlanke GTK-Anwendung, die ähnliche wie Gnome-Do funktioniert und sich per Plugins erweitern lässt.
Die Verwaltung der Fensterliste habe ich dem LXDE-Panel abgenommen und tint2 übergeben. Die Anpassung dieses schicken Panels erfolgt über eine Konfigurationsdatei. In der Praxis bietet tint2 mit entsprechender Config-Datei eine nette, dockähnliche Darstellung der Fensterliste und ein nettes Desktop-Pager-System! Dabei kann das Panel aber leider nur die Fensterliste, den Benachrichtigungsbereich und die Uhr verwalten. Programmstarter müssen anders abgedeckt werden.
Da ich PCManFM das verwalten des Desktops verboten habe (auch aus Ressourcengründen), kann ich auch keine Icons auf dem Desktop anlegen. Das will ich aber auch gar nicht, ich mag keine Icons auf meinem Desktop! Für meine häufig verwendeten Anwendungen habe ich mir wbar auf den Desktop gehauen.

Da weder Openbox, noch PCManFM meinen Desktop verwalten, kann ich auch nicht einfach ein Hintergrundbild per Rechtsklick auswählen. Die Darstellung eines Wallpapers musste ich über feh im Autostart vornehmen.
Dank meiner Modifikationen am eigentlichen LXDE-Desktop waren noch weitere Anpassungen im Autostart notwendig: LXDE-Panel killen, tin2 starten, gnome-volume-controll-applet starten (weil es für diese Aufgabe kein Applet für tint2 gibt), mein Hintergrindbild setzen, wbar, conky und rainlendar2 starten. Diese Einträge habe ich in der Openbox-Autostart-Datei unter .config/openbox/autostart.sh vorgenommen. Doch aus irgendeinem Grund wird diese Datei bei mir nicht ausgeführt. Darum habe ich den Aufruf dieser Datei in den LXDE-Autostart unter .config/lxsession/LXDE/autostart eingetragen.

Das Ergebnis ist schon beachtlich! Nach dem Start des Rechners belegt die Desktop-Oberfläche gerade mal 190 MB im Speicher. Mit Browser, eMail-Client, Chat-Programm, Microblogging-Client und ein paar Konsolen komme ich auf gerade mal knapp 400 MB! Und das gesamte System flitzt wie eine eins! Auch wenn die gesamte Recherche und Konfiguration etwas Zeit gekostet hat, hat es sich doch gelohnt. Anbei noch ein Screenshot, wie alles nun aussieht.