Rufus Zuphall & The Cable Bugs

Es war wieder soweit, auch wenn der September schon im fortgeschrittenen Ausklang war und die letzten Tage in den Oktober fielen: Das Aachener Septemberspecial lud wieder um die 70 Bands aus verschiedenen Bereichen ein, um rund um den Aachener Markt diverse Konzerte zu veranstalten.
Das Programm erwies sich für mich dieses Jahr weniger interessant, so habe ich neben der ein oder anderen kleinen Jazz-Band, die ich nur mit halben Ohr verfolgte, nur zwei Bands mit Begeisterung in meinen Terminkalender eingetragen. Und zu diesen beiden Bands will ich hier nun auch schnell noch was schreiben!

Rufus Zuphall

Am Mittwoch, 30.09. spielte das Aachener Prog-Rock Urgestein Rufus Zuphal auf dem Katschhof. Seit mittlerweile 40 Jahren macht die Prog-Rock-Band mit der Querflöte nun Musik und durfte hier im doch recht beschaulichen Kaiserstädtchen u.a. mit Pink Floyd und Deep Purple auf der Bühne stehen – natürlich, bevor diese beiden Bands den kommerziellen Durchbruch erlangt haben (;
So gab es direkt zum Beginn des Auftritts ein dickes, psychodelisches Medley aus sieben Songs aus den alten Tagen von Rufus Zuphall. Pink Floyd trifft auf Jethru Tull und eine Menge verrückte eigene Ideen, es war einfach traumhaft! Kleinere Holprigkeiten, die wohl im Publikum nur den Musikern aufgefallen sind, waren an dieser Stelle zu verzeihen. Denn eigentlich sollte Original-Schlagzeuger Udo Dahmen heute Abend mit der Band spielen. Doch eine Grippe machte einen Strich durch die Rechnung und so musste besagtes Medley wenige Tage zuvor komplett vom aktuellen Schlagzeuger einstudiert werden. Krasse Leistung!
Die Grippe hat aber nicht in Mannheim beim alten Drummer halt gemacht, sondern auch der musikalische Kopf und Gitarrist/Sänger der Band wurde schwer erwischt. Dies hat leider seine Stimme negativ beeinflusst. Da half auch die zierliche Background-Sängerin nicht viel, die eine Bühnenpräsenz wie ein Reh hatte: Ziemlich scheu. Stimmlich war Cassie Sagraves aber durchwegs ordentlich (;
Glücklicher weise kam „Jupp“ Ebert für zwei Songs auf die Bühne und hat mit seiner kräftigen Bluesstimme „69 Ways To Sing The Blues“ gezeigt. Unterstützt wurde er auch von der krassesten Mundharmonika-Performance, die ich bisher gesehen habe! Wirklich schwer beeindruckend! Bei der anschließenden Ballade ging für mich etwas die Luft aus dem Auftritt raus. Gegen Mitte des Auftritts wurden vermehrt neuere und ruhigere Stücke gespielt, die ein paar Längen in den Auftritt brachten. Glücklicherweise zog man gegen Ende nochmal etwas mit härte und Groove an, bevor man mit einer Ballade das Set beendete.

Ein sehr beeindruckender, teilweise träumerischer Auftritt, der mir bis auf ein paar Längen in der Mitte verdammt gut gefallen hat. Auch wenn Rufus Zuphall schon lange im Geschäft sind, zählen sie definitiv nicht zum alten Eisen! Das konnten die einzelnen Musiker immer wieder bei abgedrehten Solo-Passagen beweisen, wo vor allen Dingen das Drum’n Bass beeinflusste Schlagzeug-Solo und die total abgedrehte Querflöte im Kopf hängen blieben. Hoffentlich auch noch in Zukunft!

The Cable Bugs

Am Donnerstag, 01.10. gab sich wieder einmal eine Rockabilly-Band die Ehre auf dem Aachner Septemberspecial zu spielen. Wie im Vorjahr bei Boppin‘ B. sollte auch dieses Jahr bei The Cable Bugs die Menge das Tanzbein schwingen.
Doch auch, wenn sie vor der Bühne einiges an Bewegung in die Menge brachten, fand ich die Eigenkompositionen der Band eher durchschnittlich. Zu sehr hat man sich an bekanntem Bausteinen der großen Helden Chuck Berry oder John Lee Hooker bedient, ohne wirklich etwas eigenes dabei zu schaffen. Beeindruckender waren da schon die Coverversionen, die vom obligatorischen Stray CatsRumble In Brighton“ über atypischere Stücke wie „Tainted Love„, „Come As You Are“ oder den Soundtrack von Kill Bill reichten. Für optischen Fetz auf der Bühne sorgte das selbstbenannte Lied, wo zur Unterstützung ein paar Mädels auf die Bühne durften und im Refrain ihre Angst vor Käfern schreiend zum Ausdruck bringen mussten.

Auch wenn ich The Cable Bugs nun nicht sooo toll fand, hatten die Leute im Publikum ihren Spaß. Bei den bekannteren Coverliedern wurde mitgesungen, bei den dreist zusammengeklauten, und somit auch fast schon bekannten Eigenkompositionen wurde flockig vor der Bühne getanzt. Und das ist doch die Hauptsache beim Rock’n Roll: Party!

Und so endete das Aachener Septemberspecial für mich. Leider mit etwas weniger interessanten Bands als letztes Jahr, was aber auch an meinen persönlichen Präferenzen diesen Herbst liegen kann, mir ist einfach nicht so sehr nach Jazz gewesen. Und dass das Wetter nicht so pralle war, da kann die Stadt Aachen auch nichts für. Ich für meinen Teil finde das Septemberspecial eine richtig gute Institution und freue mich aufs nächste Jahr. Ich bin gespannt, wer dann dort spielt!

2 thoughts on “Rufus Zuphall & The Cable Bugs

  1. Whoo Whoo ist auch vom Kill Bill Sountrack, Original aber Rock A Teens!
    I Got The Bug ist nicht von The Cable Bugs, sondern original von 1958 (Kenny Owens), es wurden nur 5 eigene Lieder gespielt.
    Der Rest war gecovert, auch wenn diese Lieder eben nicht jeder kennt.

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