19.04.09 – Al And The Black Cats im MuBu

An einem recht sonnigen Sonntag Abend gesellten sich die amerikanischen AL AND THE BLACK CATS in den tristen Musikbunker zu Aachen. Dadurch, und durch den Umstand, dass mal wieder keine konkrete Anfangszeit auf keiner der Homepages (vom Mubu, und der MySpace-Seite der Band) angegeben war, war zum offiziellen Einlass um 19:30 natürlich noch keine Sau da. Nach Aussagen des Kassen-Menschen sollte auch keine Band vor 20:30 spielen – also noch Zeit für ein Bier vom freundlichen Spätkiosk eine Straße weiter.

Die erste Band, die um 20:45h schlussendlich angefing, waren THE BOOZE BROTHERS aus Heinsberg. Mit ihrem Rock’n Roll geschwängertem Punk konnte die Band auch gut 15 Minuten den noch recht angenehm für den Wochentag gefüllten MuBu begeistern. Doch spätestens nach dieser viertel Stunde klangen die Lieder leider recht eintönig und gleichförmig. Wann welches Lied aufhörte und ein neues begann, war nur in die Songs eingeweihten ersichtlich. Schade, an sich haben die stark nach Dropkick Murpheys klingenden Jungs doch Spaß gemacht.

Zweite Band des Abends waren die Niederländer von THE DEMON TEDS. Hier gab es schon etwas traditionsbewussteren Rockabilly, wenn auch immer noch leicht punklastig. Von der Performance erinnerte die Band mich ein wenig an die zuvor in gleicher Lokalität gesehenen The Meteors. Aber wie auch die „Kings Of Psychobilly“ konnten mich auch die Niederländer nicht komplett überzeugen. Doch als Vorband nahmen wir sie gerne mit leichtem Kopfnicken mit.

Komplett anders als bei den Vorgruppen sah es direkt vom ersten Takt an bei der Hauptband des Abends aus! AL AND THE BLACK CATS hatten das Publikum mit dem ersten Saiten-Anschlag fest in der Hand. Ob das nun an der geschickten Mischung aus „50th Rock’n Roll, 70th Punk and 80th Villains“ lag, oder daran, dass die Band einen richtigen Kontrabass hatte, der dem Sound sicherlich einiges zugetragen hat, ist auch Schnuppe! Die drei Amis haben ihr Handwerk auf jeden Fall drauf und hatten mörderischen Spaß am spielen! Dadurch waren sowohl die Lieder, wie auch die Show durchwegs authentisch und überzeugend. Besonders beeindruckt war ich persönlich von den Leistungen des Bassisten/Sängers und des Schlagzeugers, der auf einem total minimalisiertem Set (Bassdrum, Snare, Crash- und Ride-Becken) ein ziemlich beeindruckendes Solo (von der Show her) gespielt hat, wobei er einen Stick teilweise auf der Nase hat hüpfen lassen.
Als Zugabe zu dem mehr als ordentlich rockenden Gig gab es eine Rockabilly-Version von „Overkill“ (Motorhead), die sich Lemmy so sicherlich niemals hätte träumen lassen (alleine wegen dem Kontrabass und dem Country-Drumming).
Leider war der Auftritt bereits 23:20h inklusive Zugaben zu Ende. Schade, bei der Spielfreude und dem vollends überzeugenden Musikmaterial hätte ich sicherlich noch ein paar Minuten der Band lauschen können!

Für einen Sonntag Abend waren adäquat viele Leute da, sodass die Show von AL AND THE BLACK CATS doch ein paar Nasen vor der Bühne hatten. Sicherlich hätten ein paar Gesichter mehr auch nicht geschadet, dennoch reichte das Publikum und die Darbietung aus, dass eine sehr gute Stimmung war! So eine Spielfreude habe ich schon lange, sehr lange nicht mehr auf einem Metal-Konzert gesehen – geschweige denn die Atmosphäre im Publikum! Somit zählt der Abend definitiv zu einem meiner Top-Konzerte! Wer es verpasst hat: Selber schuld! Vielleicht bekommt man nochmal eine Chance, die Band schien von Aachen doch recht angetan…

Links:
http://www.myspace.com/theboozebrothers
http://www.myspace.com/thedemonteds
http://www.myspace.com/alandtheblackcatsusa

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